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9 ABOUT PHOTOGRAPHY |
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Rainer Jonas Realitätsnahe fotografische Abbildungen entsprechen unserer Sehgewohnheit. Sie sind unmittelbar eingängig. Mühelos lassen sie sich mit vorgegebenen Bildvorlagen verknüpfen, die als visuelle Lebenserfahrung begrifflich exakt etikettiert in unserem Erinnerungsbestand abgelegt sind. Aufgrund ihres hohen Wieder-Erkennungswertes sind sie leicht identifizierbar und mit einem Blick verständlich. Sie lassen kaum Platz für Reflexion, Phantasie und Deutungsvielfalt, der visuelle Erlebnis- und Erkenntniswert bleibt gering. William Eggleton bringt das auf den Punkt: „I am at war with the obvious“. Mauer-
und Hauswände, Fassaden, Tür- und Fensteröffnungen,
Raumecken und –winkel sowie Treppenstufen liefern reichhaltiges
Motivmaterial für „Architekturbilder“, die sich
deutlich von realitätsnahen Abbildungen der umgebenden Wirklichkeit
abheben sollen. In der Malerei findet sich Vergleichbares bei Giorgio Morandi aber vor allem bei Eberhard Schlotters Bilderzyklus „Arquipintura“. Diese Vorbilder sind mir Inspiration und Hilfestellung zugleich. Ein Indiz für das Gelingen mag sein, wenn die gewohnte Begrifflichkeit für eine passende Titulierung an Grenzen stößt: Viele Bildautoren haben gleich darauf verzichtet. In
den „Architekturbildern“ beschränke ich mich auf
enge Aus- und Anschnitte, unter weitgehendem Verzicht auf optische
Unversehrtheit eines abgebildeten Objektes. Herkömmliche Kompositionsregeln
sind von eher nachrangiger Bedeutung. Blickfänge und orientierende
Bezüge spare ich ebenso aus wie lautstarke Farb- und Formkontraste.
Vielmehr richte ich mein Augenmerk auf die vielfältigen Gliederungen,
die sich bei gegebenem Lichtverlauf aus den unterschiedlichen Winkelstellungen
der Flächen ergeben. Graduelle Farbnuancierungen und subtile
Helligkeitsverläufe sollen den Bildeindruck bestimmen. Farbige
Fleckenstrukturen und Muster sollen zusätzliche Akzente setzen.
Streiflicht oder Halbschatten dienen mir dazu, haptisch anmutende
Materialkonsistenzen aus ihrer Einbindung in die farbige Fläche
herauszulösen und zu räumlichen Gebilden zu modellieren. Photographers'
categoric imperative
Perceptive behaviour Multiple
enrichment by means of an increased perceptive faculty: Creativity Lucky
chances are important in photography „The
way is the goal“ Images
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