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10 SERENDIPITY

 
 

 

Serendipity?

Das Wort klingt irgendwie merkwürdig, dabei meint es eigentlich etwas Positives, nämlich "glücklicher Zufall" oder "zufälliges Glück".
Wonach Du suchst, das findest Du nicht, aber statt dessen findest Du etwas, wonach Du überhaupt nicht gesucht hast. Serendipity, das verheißt unverhoffte Freude. Was Serendipity mit Fotografieren zu tun hat? Ich denke sehr viel.

Beim Fotografieren müssen alle Sinne auf maximalen Empfang geschaltet, alle Wahrnehmungsfunktionen aktiviert sein, das gesamte kreative Potential in Bereitschaft stehen.
Doch wie sieht häufig das Ergebnis aus? Trotz klar definierter fotografischer Konzepte und trotz akribischer Planung und sorgfältiger Vorbereitung geht doch ein Menge daneben - mir geht es jedenfalls so. Das angestrebte Ziel wird mehr oder weniger verfehlt.

 

Serendipity!

Da macht man plötzlich Entdeckungen, auf die man nicht im Mindesten gefaßt war, die von der ursprünglichen fotografischen Absicht abbringen, die zum Aufbruch zu neuen, reizvollen Horizonten verführen und Zutritt zu neuen Vorstellungswelten verschaffen.

Unversehens stößt man auf Schönheit, gewinnt neue Einsichten in Zusammenhänge, erinnert sich an längst vergessen Geglaubtes, empfindet spontane Freude und Begeisterung.

Als ich mich ernsthaft dem Fotografieren zuwandte, geschah dies in der Absicht, zu besseren Bildern zu gelangen. Ob das Ziel erreicht wurde, sei dahin gestellt. Von weitaus größerer Bedeutung ist, daß ich als Fotograf zu mehr
Wahrnehmungsbereitschaft und mehr Erlebnisfähigkeit gefunden habe.

Meine besten Bilder verdanke ich in hohem Maße Serendipity, dem glücklichen Zufall. Serendipity ist beim Fotografieren mein kreativster Helfer, und eigentlich auch
sonst immer dabei ... ."

Rainer Jonas

 

 

 
 
31.03.2008
 
   © 2008 Rainer Jonas